Mittwoch, 19. Juni 2013

Notendurchschnitt in Pflegeheimen

Notendurchschnitt in Pflegeheimen

Politik |  25.05.2009 | 07.58 | Zabaione
Das blöde an dem neuen Pflegeheimtest, der jetzt schon als reine Volksverdummung deklassiert wird, es handelt sich um ein Punktesystem in dem der Durchschnitt zählt und so können gravierende Pflegemängel mit z.B. einer guten Dokumentation ausgeglichen werden., so nach dem Motto der Klient ist zwar tot , aber dafür sind die Zimmer schön…..!

Wie testet man überhaupt Pflegeheime, wer hat die Grundlagen erarbeitet und worauf liegt hier der Schwerpunkt?

Für den Laien und dazu zähle ich leider auch unsere Bundesgesundheitsministerin , scheint es nicht mal ein Widerspruch zu sein das die Instanz die über minutiöse Zeitkorridore die Pflegestufe festlegt, indirekt damit für die Personaldichte verantwortlich ist und dann auch noch hingehen darf und die Pflegestationen und Dienste selbst zu beurteilen..

Wenn sie sich die Zeitkorridore durchlesen werden sie sehen, das z.B. für die Nahrungsaufnahme 15 - 20 Minuten vorgesehen sind. Die Zeit mag für einige Mensch durchaus ausreichen. Menschen die auf einer Pflegestation leben , sind jedoch oft schon in einer schlechten Verfassung, weil Pflegebedürftig. Viele sind dement,, wollen gar nicht unbedingt essen und trinken…oder wissen oft nicht mehr wie schlucken geht. Das bedeutet das die Nahrungsaufnahme inklusive Getränke eher 30 - 40 Minuten dauert und Getränke den ganzen Tag über angereicht werden müssen.

Das bedeutet, dass man bei allein drei Hauptmahlzeiten täglich, hier schon der Zeit hinterherläuft, dabei sind in den Vorgaben nicht mal all die Dinge erfasst die sonst noch den Pflegealltag bestimmen......

Beurteilt wird meist der Ernährungszustand, BMI (Body-Mass-Index), Hautzustand und vor allem auch die Dokumentation, die heutzutage immer umfangreicher und zeitintensiver wird und beinahe mit der Zeit für die Menschen konkurriert , weil Pflege muss beweisbar gemacht werden.

Was waren das früher noch Zeiten, es gab viel mehr Personal, Skatspielen nach dem Mittagessen ist lange vorbei, und mir graust schon vor unsere Zukunft, ob ich wach genug sein werde um zu erkennen , wenn in einigen Jahrzehnten ein Pflegeroboter vor mir steht.

Wie wichtig menschliche Zuwendung ist belegt das Experiment Friederich des II:

"Aus dem Mittelalter wird ein Experiment berichtet, das einen sehr tragischen Ausgang nahm. Kaiser Friedrich II. (1212-1250), der an wissenschaftlichen Untersuchungen außerordentlich interessiert war, wollte erforschen, wie sich Kinder verhalten, und welche Ursprache sie entwickeln würden, wenn sie keinerlei Möglichkeit zum sprachlichen Austausch mit anderen Menschen hätten. Um dies herauszufinden, ließ er Neugeborene von Pflegerinnen versorgen, die die strickte Anweisung erhielten, die Kinder zwar zu waschen und zu füttern, aber kein Wort mit ihnen zu sprechen und auch sonst keinerlei Kontakt zu ihnen aufzunehmen.

Der Kaiser, der übrigens spekuliert hatte, die gesuchte Ursprache könnte Hebräisch, Griechisch, Latein oder Deutsch sein, musste bald aufgeben, denn die Kinder starben alle nach kurzer Zeit. „Ohne dass Händepatschen, das fröhliche Grimassenschneiden und die Koseworte ihrer Ammen vermochten die Kinder nicht zu leben“, schlussfolgerte eine Chronik."

Das Dilemma an der Sache, einer Gesellschaft der es schwer fällt in die Zukunft zu investieren , ist versucht an der wachsenden Zahl alter Menschen, die die Gegenwart darstellen , erst recht zu sparen.


Beitrag ändern

Beitrag bewerten
Erst einloggen, dann bewerten
Note
Stimmen
Aufrufe
weiterempfehlen

[200]

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen