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Freitag, 21. Juni 2013


Vertraute Fremde
 
 
Ausverkauft …..wie ich es trotzdem geschafft habe und ob es sich gelohnt hat.
 
Hätte Hella nicht Anders gelesen, wäre ich gestern das erste Mal im Mittelblond gewesen, schließlich muss ich mein Image pflegen.
Dann las ich zufällig im Magazin, dass die Vorpremiere von “Vertraute Fremde” im Off Broadway im Beisein des Regisseurs Sam Garbarsky statt finden sollte. Als ich dort anrief ,hieß es alles sei ausverkauft.

So ist das wenn die filmsociety ruft (öffentlich), dann sind 95 % der Karten bereits durch zahlende Mitglieder reserviert.

Doch was soll ich euch sagen , ich bin wieder rein gekommen und das obwohl mir vorher drei Absagen erteilt wurden. Und das bleibt jetzt aber unter uns(?) in dem “ausverkauften” Kino gab es noch ca.15-20 freie Plätze auf denen kein Handtuch lag, ehrlich!

Kennen sie auch die Geschichte von dem Mann der nur ein paar Zigaretten holen will und dann nie wieder auftaucht?
So etwas ist dem Comiczeichner Thomas passiert, sein Vater sollte ein Brot holen und tauchte nie wieder auf.
Als Thomas, der in einer Sinnkrise steckt ,den falschen Zug erwischt, und in das Dorf seiner Kindheit zurückkehrt, wacht er nachdem er am Grab seiner Mutter ohnmächtig geworden ist , in den 60er Jahren wieder auf und ist plötzlich wieder 14 Jahre alt.
Und plötzlich steht die Frage im Raum:
Kann man mit dem Wissen der Zukunft der Vergangenheit und somit auch der Zukunft eine andere Richtung geben?
Unwillkürlich denkt man selbst an Situationen, die man mit dem heutigen Wissen ,gerne anders gelöst hätte.

Der Trailer

„Im stimmungsvollen Look der 60er Jahre, inszeniert Sam Garbarski die faszinierende Reise eines Mannes, der erkennt, dass man die eigene Vergangenheit verstehen muss, um seine Gegenwart meistern zu können. Der Film ist ein Plädoyer dafür, festgefahrene Gewohnheiten zu durchbrechen, manchmal etwas Unerwartetes zu tun und die, die man liebt, auch wirklich zu sehen“

Dieser Film ist ebenso analytisch , wie poetisch, als Drehbuchvorlage (das ungefähr 100 mal umgeschrieben wurde ) diente das gleichnamigen preisgekrönten Manga des Japaners Jiro Taniguchi. („Das Werk gehört zu den interessantesten Graphic Novels der letzten Jahrzehnte.” – Brigitte Helbling, Berliner Zeitung) und der Film ist trotz ihrer surrealen Elemente ein weitgehend konventionell umgesetzter Familienfilm. Sich ähnelnde Bilder tauchen immer wieder auf und verknüpfen die Vergangenheit mit der Zukunft oder ist es die Gegenwart? ;-).
Der Sprecher aus dem Off, so empfand es ein Zuschauer, sei überflüssig. Der Regisseur zollte damit Tribut an die Investoren. Dabei kommen gerade die türkischen Filmemacher mit wenig Sprache auf und wussten damit auch auf verschiedenen Festivals zu beeindrucken.

Bemerkenswert für den Regisseuren war, dass sich Jiro Taniguchi Welt, nicht im wesentlichen , von der Unserigen unterscheidet.
Dieser Film lässt so viele Seiten anklingen, zum Beispiel wie es ist wenn man das Leben der Anderen lebt, da findet jeder was zum wieder erkennen.
Mein persönliches Resümee das es anfänglich so aussieht als wollte der Sohn die Entscheidung des Vaters wiederholen und die Reise in die Vergangenheit hätte ihn umgestimmt, lässt Garbarski nicht gelten, dass sei zu einfach, die Geschichte ginge tiefer, wie tief, das sollt ihr selbst entscheiden, also unbedingt anschauen!


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Donnerstag, 20. Juni 2013

Rendez-vous mit Michael Ballhaus

 

Kultur |  25.06.2009 | 09.10 | Zabaione
Rendez-vous mit Michael Ballhaus
Rendez-vous mit Michael Ballhaus

Das Michael Ballhaus an diesem Abend im Kunstsalon sein würde, wusste ich schon ein paar Tage….. Ich konnte mich nicht recht entscheiden und als ich dann doch noch hin gefahren bin, wollte man mich erst nicht reinlassen , weil die Veranstaltung, der filmsociety eigentlich den Mitgliedern vorbehalten sein sollte, ausverkauft war und die Veranstalterin deswegen schon 40 Interessierten habe absagen müssen…. ich habe gewartet und hatte Glück, “hastduesnichtgesehen“, verkaufte gerade eine Dame mehrere Karten und ich konnte einen Platz in der ersten Reihe ergattern.


Michael Ballhaus ,der als Spross einer Theaterfamilie aufwuchs, seine Eltern waren Schauspieler, absolvierte nach seinem Abitur eine zweijährige Fotografenausbildung , verdingte sich als Bühnenfotograph und “als er an den Dreharbeiten zu LOLA MONTEZ (1955), Dank seines hier Regie führenden Onkels Max Ophüls, teilnehmen kann, ist sein Interesse für die Arbeit als Kameramann geweckt . 1959 erhält Michael Ballhaus eine Festanstellung beim Südwestfunk in Baden-Baden…“

Ich hatte Michael Ballhaus schon mal in der Arteproduktion :“Für mich gab`s nur noch Fassbinder“ von Rosa von Praunheim, gesehen.

Ich bin froh das ich ihn heute erleben durfte, denn Michael Ballhaus hat Filmgeschichte geschrieben. Er erzählte wie er bei Fassbinder für einen anderen Kameramann eingesprungen ist und dass dieser ihn zunächst nicht viel zugetraut hat.
Wie ihm die Arbeit mit ihm fasziniert hat und Fassbinder bei den Szenenbesprechungen auf seine Vorschläge immer noch einen draufzusetzen wusste.
Das es so ein sensibler Feingeist, wie Ballhaus überhaupt mit Fassbinder so lange ausgehalten hat, ist erstaunlich. Denn eine persönliche Anerkennung für seine Arbeit, hat er von Fassbinder nie bekommen.

Er hat die Arbeit mit Fassbinder beendet als dieser, während der Dreharbeiten zu „Martha„, innerhalb von drei Monaten unter starken Kokskonsum, Berlin Alexanderplatz schrieb. (12 Folgen a 90 Minuten). Das muss man sich mal vorstellen. -
Als Fassbinder anfing, mit Ballhaus über Dritte zu kommunizieren …..“Was sagt der Kameramann dazu…..?“hatte Ballhaus genug und beendete die Zusammenarbeit mit Fassbinder. schlafen kann ich wenn ich tot bin

Ein Jahr später dreht Ballhaus mit Peter Lilienthal in New York, das war der Anfang seiner großen Karriere.
Später dreht er mit anderen großen Regisseuren, wie Martin Scorsese und Francis Ford Coppola oder Robert Redford.

Sicher habt ihr den ein oder anderen Film gesehen…wie z.B.DIE FARBE DES GELDES (1986), GOOD FELLAS - DREI JAHRZEHNTE IN DER MAFIA (1989), d ZEIT DER UNSCHULD (1993), Outbreak, Gangs of New York, u.u,u

Das Interessante an diesem Abend waren die kleinen Geschichten vom Set , das Besondere seiner Kameraeinstellung, wie die 360 ° Fahrt auf Schienen rund um den Set , die uns Michael Ballhaus in seiner unaufdringlichen, humorvollen Art erzählte….z.B. das Leonardo DiCaprio mit der Kamera spielte, das Travolta sich kaum einen Text merken konnte und kunstvoll den Text von Monitoren abgelesen hat und wie Dustin Hoffmann ihm das Leben gerettet hat:
Als M. Ballhaus mit Magenblutungen ins Krankenhaus gekommen ist und Dustin Hoffman davon erfuhr… eilte dieser an sein Krankenbett und wich nicht von seiner Seite und hat die Ärzte solange auf Trab gehalten, bis sie einen Magendurchbruch diagnostizierten und eine Not OP eingeleitet werden konnte, ohne sein Eingreifen , so befürchtete Ballhaus, hätte er nicht überlebt.

Seine Arbeit als Kameramann beendete er 2006 mit DEPARTED - UNTER FEINDEN .Er wollte nicht mehr, denn der Kameramann und das können wir als Laien kaum vorstellen, ist immer der Erste und der Letzte am Set und so dauert ein Drehtag oft 14 Stunden.

Im selben Jahr verstarb seine Frau , mit der er 46 Jahre verheiratet war und zwei Söhne hat.

Unter den anwesenden Gästen war auch Günther Lamprecht.

Der Abend wurde moderiert von Wilfried Reichart,
Zuvor hatten Ballhaus und
Ciro Cappellari (?), ihre 2008 entstandene Dokumentation, „In Berlin“ , im Odeon aufgeführt. Am Wochenende laufen dort noch Filme bei denen Ballhaus die Kamera führte. (eventuell ausverkauft?)

Ballhaus hat mir sehr gut gefallen , weil er frei von Allüren ist.

Neben seiner gelegentlichen Regiearbeiten arbeitet er als Dozent an der Filmhochschule.