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Freitag, 21. Juni 2013

Cinemania, Ausflug in eine Parallelwelt

Lokales |  07.05.2010 | 10.03 | Zabaione
 Cinemania, Ausflug in eine Parallelwelt
 
 
Am Mittwochabend war ich im Filmforum, das anlässlich des 18. Geburtstag der Fimstiftung NRW den preisgekrönten Dokumentarfilm “Cinemania"gezeigt hat.

Die Veranstaltungen im Filmforum sind immer etwas Besonderes. Hier kann man Kino mit seinen Machern erleben.

Die quirlige Regisseurin Angela Christlieb, die jahrelang in New York gelebt hat und der Produzent Gunter Hanfgarn erzählten wie der Film zustande kam .Was aus den Protagonisten geworden ist, wie der Film in der Filmwelt aufgenommen wurde und das Publikum hatte die Möglichkeit Fragen zu stellen.

Wenn man einen Dokumentarfilm macht dann muss man dicht dran sein und
Angela Christlieb und Stephan Kijak haben fünf manischen Kinozuschauer jahrelang mit der Kamera in New York begleitet.

„ Schon früh am Morgen beginnen vier merkwürdig-alterslose Männer und eine Rentnerin ihr manisches Tagewerk: Sie hetzen von Kino zu Multiplex, von Cinemathek zu Filmmuseum, fünf Filme am Tag sind ganz normal. Jeder von ihnen hat andere Vorlieben, doch erst einmal fressen sie alles. Es könnte ja sein, dass man etwas verpasst. Aber verpassen sie nicht dabei ihr Leben? „

Mit einem liebevollen Blick haben sie ihre Hauptdarsteller begleitet : Jack Angstreich, Eric Chadbourne, Bill Heidbreder, Roberta Hill, Harvey Schwartz und diesen fünf Hardcorecineasten damit ein Denkmal gesetzt.

Den Vorwurf aus dem Publikum, dass der Film seine Protagonisten zur Schau stellt, konnten die Filmemacher entkräften. Natürlich bedeutet Dokumentation das man dicht dran ist, doch all zu krasses haben die Filmemacher raus geschnitten, denn wenn man so lange mit den Menschen unterwegs ist, dann fühlt man sich verantwortlich.
z.B. hat einer der Filmemacher ein paar Kartoons aus Robertas Wohnung gerettet und sie unter das Bett seines kleinen Apartments gestellt, weil er etwas von ihr bewahren wollte.

Roberta, die jede Kinokarte seit ihrem 14. Lebensjahr gesammelt hat und sonst auch jede Menge Programme, Pappbecher und ähnliches , bis ihre Wohnung , die kaum begehbar war, schließlich geräumt wurde, ist inzwischen verstorben. Sie war ein Unikum der New Yorker Kinowelt und wurde postum geehrt. Zum Beispiel liefen in einem Kino alle ihre Lieblingsfilme.


Besonders Jack fand ich faszinierend, „Etwa wenn er davon erzählt, dass sein Sexleben vor allem deswegen so verkümmert sei, weil er sich nicht Sex mit der Person Rita Haysworth ersehne, sondern wenn dann schon gleich mit Orson Welles' Schwarzweißinszenierung von derselben.“.
besser als sex

Harvey kennt die Laufzeiten sämtlicher Filme auswendig, denn wenn er seinen Tag plant muss das schon passen und hat die Soundtracks sämtlicher Filme zuhause, nur kann er sie nicht abspielen, weil das Gerät kaputt ist.

Billi der sich jeden Morgen ein Überlebenspaket schnürt mit Angorawäsche, wenn es kalt wird und Sandwiches auf denen ein halbes Glas Erdnussbutter liegt, hat Pillen für jede Lebenslage dabei.

Von Eric, den ältesten erfährt man wenig, nur was er nicht mag:
"Never liked Antontioni" und "Never been into Resnais"

Ein Leben im Kino, als Ersatz für das wirkliche Leben, dort haben die fünf New Yorker also ihre Erfüllung gefunden, die für sie auch einen Ersatz für das reale Leben darstellt.
.
Auch ich kenne diese Parallelwelten in die man abtauchen kann in der Literatur, Kino und im Netz. Sie sind manchmal (ausnahmen bestättigen die Regel) Balsam für die Seele, doch das Leben findet draußen statt.

Diese Vorführung war übrigens umsonst. Bei den Premieren, die man im Filmforum für kleines Geld besuchen kann, gibt es häufig auch einen kleinen Umtrunk u.s.w.
Man lernt Filmschaffende kennen , kommt ins Gespräch und manchmal an
Ortedie man nicht für möglich gehalten hätte.
Es lohnt sich also ;-)


FilmForum
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Kommentare | 1 bis 6 von 6 Kommentieren
18.05.2010 | 17.58 Uhr | Taxania Zabione

Wann gibt es die Fortsetzung, den spannenden Teil!

"... und manchman an Orte, die man nie für möglich gehalten hätte"

Das sind doch keine Gerichtsverhandlungen von denen Lemmy spricht oder doch?!
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09.05.2010 | 14.22 Uhr | Zabaione auf jeden Fall ein großer Teil, ein bißchen Erdung schadet nicht;-)!
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09.05.2010 | 13.06 Uhr | Profil gelöscht Interessant und du hast Recht, es gibt viele dieser Parallelwelten, in die man sich gedanklich retten kann. mich beschäftigt seit längerem die Frage, ob das "wirkliche" Leben wirklich an diesen Menschen vorbeizieht. Sie leben dieses Leben über ihre Sinneseindrücke etc., spielt sich nicht die Welt in unserem Kopf ab?
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08.05.2010 | 09.33 Uhr | Zabaione Oh Gerichtsverhandlungen , wer weiß was ich mir als Rentnerin alles anschaue. Meine Nachbarin macht ein Seniorenstudium.
lg
Zabaione
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08.05.2010 | 08.30 Uhr | ing.lambertz Hallo Zabaione,

was es nicht alles gibt ;-).

Es gibt ja auch eine nicht kleine Gruppe von Menschen, die sich jeden Tag eine oder mehrere Gerichtsverhandlungen ansehen.

Warum nicht.

Gruß Lemm(y)i
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07.05.2010 | 10.26 Uhr | Zabaione Cinemania hatte übrigens 2002 Premiere.
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Unser allerbestes Jahr


 Unser allerbestes Jahr
Im letzten Jahr war ich auf einer Lesung mit David Gilmour, und war beeindruckt über dass , was er in unserer leistungsorientierten Welt, mit seinem Sohn gewagt hat.

In dem autobiographischen Roman “Unser Aller Bestes Jahr“, erzählt der kanadische Journalist, Autor und Filmkritiker, David Gilmour, von den Problemen in die Elternschaft gerät, wenn sich das eigene Kind die Schule verweigert.

Nach dem die üblichen Schulwechsel fehlgeschlagen sind und sich die Anzeichen der Verweigerung häufen , schlägt er seinem Sohn Jess einen Deal vor .

Er könne die Schule verlassen unter der Bedingung, das er mit ihm drei, von ihm ausgesuchte Filme pro Woche gucken müsste und er dürfe keine Drogen nehmen.
Natürlich nimmt Jess das Angebot an . Und so schauen Sie fortan gemeinsam Filme an und der Filmkritiker stellt ihm dazu Aufgaben seine Wahrnehmung zu schulen und dabei den Focus auf bestimmte Augenblicke, Ausschnitte, die Geschwindigkeit und andere filmische Mittel zu legen.

So geschieht es das die beiden sich in drei Jahren drei bis vierhundert Filme anschauen.
Auch wenn man nicht alle Filme gesehen hat, ist diese Buch für Cineasten eine Offenbarung, beim Filmegucken auch z.B. auf Stilmittel zu achten.
Interessant welche Szenen für Gilmour z.B. bei Frühstück bei Tiffany von Bedeutung waren …ein kleines Hi und Hepburne in Großaufnahme.

Ich finde ganz andere Szene himmlisch …die Hepburne mit Schlafbrille und natürlich die Szene , wenn sie im strömenden Regen nach dem “Kater” suchen!

Ich habe mir nach der Lektüre, den ein oder anderen alten Film angeschaut und dabei auch mal auf die Verlangsamung als Stilmittel geachtet, so kann man bestimmten Szenen eine größeren Spannungsbogen verschaffen.

Dieser Roman ist kein poetisches Werk, und trotzdem beinhaltet es viele Lebensweisheiten. Vor allem den Aufruf, unseren Kindern in einer leistungsorientierten Gesellschaft, für die eigene Entwicklung Zeit zu lassen.
Zeit mit ihnen zu verbringen und dabei etwas zu tun , dass beiden Spaß macht, an ihren Leben teil haben.

Kinder seien nicht die Miniaturausgabe von uns selbst, sondern ganz eigene Persönlichkeiten, die nicht mal mit den Geschwistern vergleichbar seien.

Natürlich ist die Gilmour Methode privilegiert .
Als freier, teilweise unterbeschäftigter Journalist, konnte er sich dieses Experiment leisten.
Trotzdem und dass ist vor allem sein Credo, ist das Wichtigste in dieser Phase, gemeinsam mit den Kindern Zeit zu verbringen und damit im Dialog zu bleiben und getreu dem Motto “Alle Wege führen nach Rom ” , ihnen zu vertrauen , das sie ihren Weg finden .


„Und der Erfolg...? Fast hätte ich es vergessen, Jess hat seinen Hochschulabschluss nachgeholt, sein Studium geschmissen, in Vietnam ein Drehbuch geschrieben und wenn alles klappt, dreht er demnächst einen low budget Film ...wir werden Augen und Ohren offen halten;))“
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Donnerstag, 20. Juni 2013

The best of

The best of

Kultur |  29.09.2009 | 23.06 | Zabaione
Heute sah ich im Kölner-Stadt- Anzeiger eine Bilderreihe, die 15 besten Filme aller Zeiten stand da und ich dachte bei der Durchsicht, dass meine Liste ganz anders aussehen würde.

Auf meiner Liste würde Gandhi ganz oben stehen, obwohl er Längen hat,(er hat Überlänge), war ich damals begeistert, von seinem Tempo und von dem gewaltlosen Widerstand, den er intelligent zu inszenieren wusste.

Oder” bei Jenseits von Afrika”, ich bin schon hin und weg wenn ich die Synchronstimme höre, wenn sie liest…”ich hatte eine Farm”

Der Abspann von GranTorino, wenn Thao mit dem Gran Torino über die Küstenstraße fährt und Clint Eastwood dazu singt, als wollte er Good Bye sagen.
Überhaupt zeigt der alte Mann in dem Film alle Facetten, er kann wirklich böse gucken und knurren.

Muriels Hochzeit, weil er beweist das nichts unmöglich ist.

Pieces of April könnte ich mir immer wieder ansehen, weil es Dinge gibt die stärker sind als Chaos und Animositäten; ein Essen das Völker verbindet.

L'Auberge Espagnole obwohl er manches Klischee bedient , finde ich einfach unterhaltsam.

Spiel mir das Lied vom Tod, weil er oder das Dschungelbuch mein erster Kinofilm war.

The Fog, weil ich so was eigentlich nicht gucke und es einer der gruseligsten Filme war , die ich je gesehen habe

Frühstück bei Tiffany, ich liebe die Szenen mit der Schlafbrille oder wenn Holly und Paul im strömenden Regen nach dem Kater suchen, seufz!

Oder in „wo dein Herz schlägt“ erzählt von einem jungen, schwangeren Mädchen, das ein paar Tage im Supermarkt lebt, in der Hauptrolle Natalie Portman

In der Liste darf Jack Nicholson , natürlich nicht fehlen, mit „einer flog über das Kuckucksnest“ und natürlich unvergesslich Besser geht es nicht

Nicht zu vergessen:Good Fellas, einer von vielen Mafiafilmen mit Robert de Niro-


Neben den großen Filmen, mit Regisseuren wie Francis Coppola und Martin Scorsese , tauchen immer wieder so kleine Rohdiamanten wie z.B.Elling in den Programmkinos auf,(Regie Ingvar Ambjørnsen )
dieser erzählt von den ersten Gehversuchen in der ersten eigenen Wohnung , zweier aus der Psychiatrie Entlassener und zeigt das man auch im fernen Skandinavien das Handwerk beherrscht, einen Film zu machen der sowohl realistische Anteile beinhaltet, als auch so gemacht ist , dass er das normale Programmkinopublikum begeistert .

Ihr seht schon , ich könnte immer weiter erzählen , was wäre der Film ohne Ingmar Bergman, Alfred Hitchcock, Woody Allen , Fathi Akin, Pedro Aldemovar u.u.u.



Die Liste ist natürlich nicht komplett und freut sich auf neue High lights… und die ..... coming soon;-)


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